27Die Firma Broger AG in Müllheim wird nach der Übernahme durch die ABB Gebäudetechnik zur Projektorganisation der ABB KeyCom AG für die Swisscom.

Müllheim. Aus einem TV-Geschäft ist mit den Jahren in Müllheim die Broger AG gewachsen. Die Firma von Markus Broger hat sich in den 80er-Jahren auf die Netztechnik spezialisiert und von der aufkommenden Technologie profitiert. So wurden durch die Broger AG unter anderem die Kabelfernsehnetze von Weinfelden, Müllheim, Wigoltingen, Braunau und Wängi erstellt. «Mit der Mobilfunktechnik verlor dieser Geschäftsbereich an Bedeutung», so Markus Broger. Die Firma hat sich rechtzeitig neu orientiert und ihre Kompetenz im Bereich der Hochfrequenztechnik ausgebaut. Heute sind die 45 Mitarbeiter der Firma mit 20 Montage- und Servicewagen für den Hauptkunden Swisscom in der ganzen Ostschweiz unterwegs. Unter anderem hat sie auf dem Säntis die Inhouse-Technik realisiert, welche die drahtlose Telefonie in den Swisscom-Räumen auf dem Ostschweizer Hausberg erlaubt.

Führungsnachwuchs fehlte

28Der Umsatz der Broger AG belief sich nach Angaben der ABB im letzten Jahr auf acht Millionen Franken. Erst kürzlich habe ein grösserer Vertrag mit der Swisscom abgeschlossen werden können, erzählt Markus Broger. Dass er die erfolgreich tätige Firma an die ABB Gebäudetechnik verkaufte, hat seinen Hauptgrund in der fehlenden Nachfolge. «Ich habe nach einer guten Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Und die ABB ist für ihre guten Sozialleistungen bekannt.» Seit dem 1. Januar ist die Broger AG innerhalb des ABB-Konzerns der ABB KeyCom AG angegliedert.

Dienstleister für Mobilfunk

29Deren Geschäftsleiter Adrian Baer ist mit der Akquisition, welche im Übrigen nicht die letzte bleibe, sehr zufrieden. «Wir haben viel wertvolles Know-how im Bereich der Bau- und Messtechnik übernehmen können.» Dieses ist beim Ausbau der Wertschöpfungskette willkommen. Wie Baer erklärte, haben die Mobilfunkanbieter bisher ihre Netze weitgehend aus eigener Kraft aufgebaut und betrieben. Der Personalaufwand pro Netz liege im Bereich von 100 bis 150 Mitarbeitern. «Wir rechnen damit, dass die Systemlieferanten zukünftig den Netzbau ausgliedern und zehnmal weniger eigenes Personal dafür einsetzen», so Adrian Baer. Die Aufgaben von der Netzplanung bis zum Unterhalt würden Dritten übertragen, zum Beispiel der ABB, die den Mobilfunkbetreibern (unter anderem Nokia und Ericsson) ein kompetenter Partner sein will. Nicht zuletzt in den rund 50 UMTS-Netzen, die in Europa in den nächsten Jahren entstehen sollen, liege grosses Potenzial.

Broger AG bleibt in Müllheim

30Der nach ISO-9002 zertifizierten Broger AG kommt dabei die Rolle einer Projektorganisation zu. Sie wird sich von Zürich bis ins Engadin um den Bau und Unterhalt der Sende- und Empfangsanlagen der Swisscom kümmern. Weil kurze Reaktionswege wichtig sind, ist laut Adrian Baer der Standort Müllheim unumstritten, und auch die Broger-Niederlassung in Chur bestehe fort. Und weil die Systemlieferanten schon heute nach Kapazitäten rufen, dürfe für die Zukunft mit Stellenausbau gerechnet werden.

Huber neuer Geschäftsführer

Neuer Geschäftsführer der Broger AG wird Hermann Huber, der seine Stelle kommende Woche antritt. Er war vorher unter anderem bei der Letrona AG in Friltschen und der Thurplast Kunststoffe AG in Frauenfeld tätig. Markus Broger nimmt im Verwaltungsrat Einsitz, der unter der Leitung von Werner Isele (Geschäftsführer der ABB Gebäudetechnik) steht und dem auch Adrian Baer angehört.