19Dieser Tage ist ein Techniker mit einer Wärmebild-Kamera in Weinfelder -Liegenschaften unterwegs. Überprüft werden die Luftdichtigkeit und die Wärmeisolation der Gebäude.

Im vergangenen Jahr konnte das Weinfelder Unternehmen Curau AG sein zehnjähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass bot es in einem Inserat in der Hauseigentümer-Zeitung des Kantons Thurgau 100 Liegenschaftsbesitzern ideelle und finanzielle Hilfe bei der Durchführung von Infrarot-Thermographie- und Luftdichtigkeitsabklärungen an. Bis heute haben sich rund 60 Interessenten gemeldet. «Interessanterweise ist die Katholische Kirchgemeinde Weinfelden bislang die einzige öffentliche Institition, die die Chance für eine kostengünstige Abklärung nutzte», erklärt Unternehmer Beat Curau. Die Curau AG verarbeitet seit 1995 ausschliesslich Isofloc-Zelluloseflocken. Dieser Dämmstoff wird aus reinem Zeitungspapier hergestellt.

Leckstellen erkennen

20Durch die Infrarot-Messtechnik können Leckstellen in der Gebäudehülle sichtbar gemacht und fotografisch festgehalten werden. «Diese Technik kann mit oder ohne Unterdruck-Erzeugung im Gebäude ausgeführt werden, bedingt jedoch eine Temperaturdifferenz von mindestens 10 bis 12 Grad Celsius im Gebäude», sagte René Bruggisser, Techniker und Geschäftsführer der Firma Clicon aus Rorschacherberg, welche Messungen ausführt.

Wissenschaftlich anerkannt

21Gestern Montag wurden Liegenschaften der Katholischen Kirchgemeinde unter die Lupe genommen. Jürg Müller, in der Kirchenvorsteherschaft für die Bauten zuständig, begleitete die Messgruppe. «Die Messwerte helfen uns, den baulichen Zustand unserer Liegenschaften zu dokumentieren.» Sie sollen, falls Sanierungen anstehen, zu Rate gezogen werden. Die Thermographie ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur berührungsfreien Messung von Oberflächen-Temperaturen. Informationsquelle ist die von jedem Körper ausgehende, vom Auge nicht sichtbare Infrarotstrahlung, die mit Hilfe eines Detektors in eine bildhafte Temperaturinformation umgewandelt wird.

Grosser Messbereich

22«Der Messbereich des von uns eingesetzten Infrarotsystems erstreckt sich von minus 40 bis plus 1200 Grad Celsius und die Messgenauigkeit liegt bei plus/minus ein Grad Celsius», erklärt René Bruggisser. Ein Detail am Rande: Die rund 60 000 Franken teure Wärmebild-Kamera wird mit Flüssig-Stickstoff gekühlt.Mit Hilfe des Blower-Door-Messverfahrens wurden auch die weiteren Liegenschaften der Katholischen Kirchgemeinde auf ihre Winddichtigkeit überprüft. Der notwendige Unterdruck wird mittels eines Ventilators erreicht. Der so genannte «Durchzug» kann so gemessen und mit Räucherstäbchen eindrücklich sichtbar gemacht werden.