6Die Fisba Optik, St. Gallen, erweitert ihr Aktionariat und verdoppelt das Eigenkapital. Damit wird die Expansion in der Laser- und Messtechnik abgestützt.

Bisher befand sich die Fisba Optik im alleinigen Besitz von Firmenmitbegründer Christian Fischbacher. Das Eigenkapital der Herstellerin optischer Systeme betrug 15 Mio. Franken. Nun kommen weitere 15 Mio. Fr. und ein neuer Aktionär dazu: Hans Huber, Gründer und Hauptaktionär der SFS Industriegruppe in Heerbrugg, beteiligt sich am Unternehmen. Bereits seit 10 Jahren ist er imFisba-Verwaltungsrat vertreten, den er seit letztem Jahr auch präsidiert. Die Aufstockung der Eigenmittel auf 30 Mio. Fr. soll die Ausbaupläne der Fisba Optik beschleunigen.

Höheres Tempo

9Als eines der Wachstumsfelder definiert Geschäftsführer Werner Krüsi die Lasertechnik. Hergestellt werden Hochleistungslaser zur Materialbearbeitung, zum Kunststoff- und Dünnblechschweissen und zum selektiven Löten. Etwa gleich viel verspricht sich die Fisba Optik von der Messtechnik, wo Geräte für optische Oberflächenmessung, Prozessüberwachung und Qualitätsprüfung entstehen. Diese beiden Sparten sollen künftig das heute wichtigste Geschäftsfeld – Optikkomponenten für medizinische Geräte – punkto Wachstum überflügeln. Noch macht das Medizinalgeschäft 50% des Umsatzes von 34 Mio. Fr. aus. Laut Krüsi bringt es weiterhin solide Wachstumsraten zustande. Mittlerweile habe Fisba Optik aber in diesem Segment eine führende Position in Europa erreicht und sei mit einem Ausstoss von 75 000 Komponenten pro Monat einer der grössten Hersteller. Zusätzlich produziert Fisba optische Systeme für weitere Branchen wie die Fotografie, den Druck, die Astronomie oder das Militär. Die Ertragslage ist nach Firmenangaben «gesund», obwohl die Neuentwicklungen verstärkt Mittel gebunden hätten.

US-Markt im Visier

10Die Expansion soll einerseits in Europa erfolgen, wo heute 80% des Umsatzes erzielt werden und Fisba mit einer Software-Tochter in Berlin präsent ist. Weitere 10% trägt die Schweiz zum Umsatz bei. Daneben wird aber eine stärkere Durchdringung des US-Markts angepeilt. In Übersee ist die Fisba bereits mit einer Vertriebsgesellschaft in Rochester präsent. Als eigentlichen Schlüssel zum US-Markt sieht Krüsi die Lasertechnik. Setzt das Wachstum wie gewünscht ein, soll der Personalbestand von derzeit 250 in den nächsten fünf Jahren um die Hälfte ausgebaut werden. Einen ähnlich starken Aussbauschub erfuhr die Fisba Optik ab 1996: Damals wurden noch 175 Mitarbeiter beschäftigt. Hans Huber beurteilt die Entwicklungschancen des Unternehmens als gut. Allerdings müsse die Fisba Optik ihre Abläufe stärker automatisieren: Nur so könne sie gegenüber der günstig produzierenden Konkurrenz aus Fernost bestehen.